Überalterung im Gerichtssaal

US-Richter auf Lebenszeit dürfen auch noch dann Recht sprechen, wenn ihr Urteilsvermögen möglicherweise schon auslässt - insbesondere bei der Frage, ob sie nicht besser freiwillig in Pension gehen sollten. Heute sind laut der investigativen Nachrichtenwebsite Pro Publico zwölf Prozent der entsprechenden Richter über 80 Jahre, elf sind über 90, ein Richter sogar über 100.

Bei den Gerichten gibt es keine Pläne, wie man mit Richtern mit altersbedingten kognitiven Problemen umgehen soll. Auch gibt es keine Richtlinien, die regelmäßige ärztliche Kontrollen empfehlen.
„Wie kriegen wir Oma von der Autobahn?“

Das System beruht im Wesentlichen darauf, dass Richter ihre Kollegen beobachten und ihnen Ratschläge geben und hinter den Kulissen versuchen, sie von den Vorzügen der Pension zu überzeugen. Richter Judge Dee Benson aus Utah vergleicht die Situation mit dem Problem, ältere Menschen zu überreden, nicht mehr Auto zu fahren: „Wie kriegen wir Oma von der Autobahn runter?“

Für den Obersten Gerichtshof wurde das Problem schon öfter thematisiert, bei den Bezirksrichtern gibt es dafür aber noch kaum Aufmerksamkeit. Dabei leiden laut Statistiken rund 13 Prozent aller Amerikaner über 65 unter Alzheimer, bei den über 85-Jährigen muss rund die Hälfte mit der Krankheit oder mit Demenz kämpfen.

Meer: http://www.orf.at/stories/2037348/2037350/
 
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